Ein Koffer für die letzte Reise

24.04.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt
Schlagwörter: Veranstaltungen

Vergangenen Sonntag war auf 3Sat Thementag "Bruder Tod". 24 Stunden lang liefen dort Sendungen, die den Tod aus verschiedensten Blickwinkeln betrachteten. Auch wenn man denken könnte, ich hätte dann den ganzen Tag vor dem Fernseher verbracht und mir alles angesehen, habe ich doch noch andere Beschäftigungen gefunden ;)

In einen Beitrag habe ich allerdings reingezappt und bin hängengeblieben. "Einmal Jenseits und zurück" ist eine Reportage über den ein außergewöhnliches Projekt des Bestattungsunternehmers Fritz Roth. Er hat 100 Koffer an 100 Menschen verteilt. Und die sollten ihren Koffer für ihre letzte Reise packen.

Ein 64-jähriger Metzgermeister und eine junge Stundentin stehen im Beitrag im Mittelpunkt. Beide packen völlig unterschiedliche Dinge in ihren Koffer. Der eine Zettel mit Wörtern wie, NEIN, DANKE und ENTSCHULDIGUNG. Die andere ihre "uralte" Decke, Fotos von Freunden, eine Spieluhr...

Was würde ich in den Koffer packen? Würde ich überhaupt einen Koffer packen? Wozu? Die alten Ägypter wurden auf ihrer letzten Reise auch von allerlei weltlichen Dingen begleitet. Auch ich würde wahrscheinlich dann erst ernsthaft darüber nachdenken, wenn mir jemand einen Koffer vor die Füße stellt, und mich auffordert für meine letzte Reise zu packen. Fotos würde ich ganz bestimmt hineinlegen.

Die Koffer befinden sich übrigens zur Zeit in einer Wanderausstellung und werden in Köln, Osnabrück, Hannover, Ribnitz-Damgarten, Herzberg-Elster, Wuppertal und Wolfenbüttel zu sehen sein.

Die Termine finden Sie auf der Seite Aktuelles des Bestattungsinstituts Pütz-Roth 

[Foto: Artyom Yefimov - Fotolia.com ]



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