Vor Jahren schon habe ich die Website des Schweizer Urnenateliers
URNE.CH cosmicball in meinem Browser als Lesezeichen gespeichert. Keine Ahnung, wie ich damals auf dieser Seite gelandet bin. Weshalb ich sie mir unbedingt merken wollte, weiss ich allerdings noch. Mich haben diese wunderschönen Kugeln sofort überzeugt. In so einer schönen Hülle kann ich mir mein Leben nach dem Tod im Wohnzimmer eines lieben Menschen sehr gut vorstellen. Ob das auch die Person, die sich mal um meine Bestattung kümmern wird, auch gut vorstellen kann, ist eine andere Sache. Ich hoffe schon.

Frage: Wieso designte Urnen? Gegenfrage: Warum nicht? Im Leben umgibt man sich doch gerne mit schönen Dingen. Sollte ich irgendwann mal einen geliebten Menschen verlieren, fände ich es schön, wenn ein Teil von ihm immer bei mir wäre. Eine Erinnerung in Form einer kunstvollen, freundlich wirkenden Urne fände ich schön.
Gar nicht schön fand der cosmicball Designer Thomas Schär damals 1996 den Anblick der Urnen im Schaufenster eines Bestattungsunternehmens. Das deprimiert ihn dermaßen, dass es ihn zur Gründung seines Urnenateliers inspirierte. Und ich finde, das wiederum sollte mehr Menschen anregen, alternative und individuellere Bestattungsrequisiten zu entwickeln.
Ein Colani-Sarg muss es ja nicht gleich sein. Beim Tag der offenen Tür habe ich so einen gesehen. Schön, aber übertrieben. Allerdings 0815 H&M Friedhofskollektionen müssen es auch nicht unbedingt sein. Meine Meinung. Heutzutage kann sich jeder seine individuellen T-Shirts machen lassen. Turnschuhe kann man ganz nach seinem Geschmack kreieren. Fußmatten individualisieren. Wieso gibt es nicht sowas wie Spreadshirt für Särge und Urnen?
Für mich bitte mehr Farbe. Danke.

[Fotos: Urne.ch]