ein letzter Blog

An dieser Stelle finden Sie regelmäßig Beiträge rund um die Themen Tod und Leben. Wir freuen uns, wenn Sie sich mit einem gelegentlichen Kommentar verewigen.

"Mi Amor" war toll

08.06.2008 von: Oliver Heeger

Vor 4 Tagen haben wir über die Veranstaltung "Mi Amor" berichtet und gestern Abend waren wir da.

Es war einfach nur schön... Über 2 Stunden ging es im Schleichschritt über den Dortmunder Friedhof und an jeder ecke "passierte " irgendwas. Performances von Tänzern, Sopranisten, eine wie aus dem nichts auftauchende Band, zwei Zwillinge, die sich wie ihr eigenes Spiegelbild erleben oder ein Mann der einfach nur auf dem Stuhl steht und uns nach seiner kurzen Geschichte einfach wieder verscheucht. Dabei hätten wir Ihm doch so gerne noch etwas zugehört...

Das große Finale im und am Haupthaus des Friedhofs.
In den Gängen hingen überall Abschiedsbriefe und es stand sogar ein Buch da, mit ausgedruckten Abschiedsbriefen aus dem Internet.

Alles in allem eine richtig gute Veranstaltung die viel zu schnell vorbei war.

Wer also die Möglichkeit hat sollte heute um 17 Uhr zum Hauptfriedhof gehen und diese einmalige Vorstellung geniessen!

Wann:  8. Juni 2008 um 17.00 Uhr

Wo:
Hauptfriedhof in Dortmund
Am Gottesacker 25, Haupteingang.

Flyer



Große Geister Stunde in München

05.06.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Friedhöfe als Veranstaltungsort sind scheinbar schwer im Kommen. Gestern habe ich "Mi Amor" in Dortmund angekündigt, heute lese ich von der "Großen Geister Stunde" auf dem Alten Südfriedhof in München.

Dort werden rund 40 bedeutende Persönlichkeiten, nach denen Münchens Straßen, Plätze und Brücken benannt sind, in Theaterszenen zum Leben erweckt. Darunter z.B. Carl Spitzweg, Thomas Mann und Erich Kästner.

Mittelalterliches Lagerleben vor den Friedhofsmauern, die Geisterstunde mit Theaterszenen und Musikaufführungen, eine Friedhofsführung und magisches Licht kann man am 6. und 7. Juni erleben.

Alle Details finden sich im wochenanzeiger.de



Mi Amor

04.06.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Leben und Tod, der Schmerz und die Liebe, Erinnerung und Vergessen. Dass all das Teil unseres Lebens ist haben wir alle schon gespürt, egal ob jung oder alt.

Gerade habe ich bei 51nord entdeckt, dass die Dortmunder Gruppe artscenico eine sehr interessante Performance auf dem Dortmunder Hauptfriedhof durchführen wird.

"MI AMOR":

Wie fühlt man sich, wenn die Liebe plötzlich fort ist, sich entfernt hat, verschwunden ist? Wenn sie ganz groß war und nun reduziert ist auf ein Stück Erinnerung? Welcher Ort könnte geeignet sein, diesen Schmerz zu fassen, und gleichzeitig die Liebe leben zu lassen?
artscenico, die Gruppe, die so meisterhaft neue Räume sich und dem Zuschauer erschließt, wählte zum ersten Mal einen Friedhof als Ort für eine künstlerische Auseinandersetzung: Eigene Erinnerungen, die individuellen Gefühle der Zuschauer und der Künstler - auf dem großen Feld der Erinnerungen, dem Friedhofspark, fließen sie zusammen zu einem gemeinsamen Erleben.

Zwei große Themen dominieren den Zyklus Lebenslinien, Die Lebenslinien verlaufen zwischen Geburt und Tod, dieser Ansatz bietet uns Gelegenheit, das wohl schönste uns bekannte Gefühl, die Liebe, in den Vordergrund zu stellen. Denn wie oft Verlust und persönlicher Schmerz die Möglichkeit zu einem noch tieferen Gefühl erst öffnen, wird der Ort der Erinnerung zum Ort gelebter Gefühle – und ein Abend voll unvergesslicher Momente.

Mit allen Möglichkeiten der bildenden und darstellenden Kunst (Installation, Tanz, Schauspiel, Musik) wird dem Publikum die Möglichkeit gegeben, den Friedhof als Ort des Erinnerns und der Trauer bekannt, neu kennen zulernen. Die Musik spielt in der Erinnerung oftmals eine große Rolle. So wird die Musik wieder eine einnehmende Rolle spielen, von Mahler bis zu Schlagermusik.
Tänzer und Darsteller aus 11 Nationen verwandeln den bekannten Ort in ein Land zwischen Traum und Realität…
Im Rahmen dieses Parcours wird er wirklich zu einem „anderen Ort“ voller Magie.

Wann: 6. und 7. Juni um 20.00 Uhr und am 8. Juni 2008 um 17.00 Uhr

Wo:
Hauptfriedhof in Dortmund
Am Gottesacker 25, Haupteingang.

Karten und Vorverkauf:
Kultur Info Shop Dortmund und ,
Eintritt 15,- / 10,- Euro



Ausgesprochen lebendig (3)

29.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Durch den Tod wird das Leben verstärkt.

Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg), deutscher Dichter und Schriftsteller (1772-1801)

Ohne das endgültige Ende, den Tod, wäre das Leben unendlich. Wir hätten alle persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, wie wir sie auch mit dem Tod als Endpunkt haben, aber wir hätten unendlich viel Zeit. Keinen Termindruck sozusagen. Würden wir dann noch mehr auf Morgen und Übermorgen verschieben? Würden wir das was wir tagtäglich tun und sagen und wie wir in besonderen Situationen reagieren mit weniger Bedacht tun?

Unser Leben ist zeitlich begrenzt. Wenn wir uns hin und wieder dieser Endlichkeit bewusst werden, könnte sich das auf unseren Umgang mit anderen Menschen und mit uns selbst doch positiv auswirken. Weniger verschieben, Ausreden meiden, ehrlicher sein, offener sein und vielleicht auch hilfsbereiter. Ziele verwirklichen und Träume leben. Bevor es zu spät ist.



Todesanzeigen - für wen?

26.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Neulich beim Autofahren habe ich mich durch die Programme gezappt und bin auf WDR 5 hängen geblieben. Es ging da scheinbar in einer Gesprächsrunde um Todesanzeigen. Da bin ich natürlich hängengeblieben. Das Thema war "Wichtig für wen - Todesanzeigen". 

60% der Deutschen lesen regelmäßig Todesanzeigen. Warum eigentlich? Neugier ist sicherlich der vorwiegende Grund. Bei manchen Anzeigen kann man zwischen den Zeilen lesen und spekulieren, wie der Verstorbene war und wie die Beziehung zu den Hinterbliebenen wohl gewesen ist.

Über wen sagen Todesanzeigen etwas aus? Über die Verstorbenen oder über die Hinterbliebenen? Die Teilnehmer der Gesprächsrunde waren eher der Meinung, dass eine Todesanzeige besonders für die Verbliebenen eine wichtige Rolle spielt. Vordergründig geht es um Information. Man möchte mit einer Anzeige nahe und entfernte Bekannte und Verwandte über den Tod informieren. Aber da drängt sich doch ganz schnell die Frage auf, inwiefern man damit tatsächlich jemand erreichen kann. Eine Todesanzeigen wird schließlich eher lokal veröffentlicht. Und außerdem lesen immer weniger Menschen die Tageszeitung. Es ist für mich ein gefühltes "immer weniger". Stichhaltige Daten habe ich nicht. Aber wenn Menschen dazu übergehen sich ihre Informationen, auch die lokalen, über's Internet zu beschaffen, bleibt die Frage welche Zukunft die Todesanzeige überhaupt hat.

Todesanzeigen schalten viele auch aus Pflichtbewußtsein. Auch der gefühlte oder tatsächliche gesellschaftliche Status kann sich in Todesanzeigen ausdrücken. Dabei gilt scheinbar, je größer die Anzeige, desto besser. Eine halbseitige Anzeige wäre also gut für's Selbstbewußtsein. Und man hört die Leute bei einer kleinen schon tuscheln: "Der Opa ist denen wohl nur eine kleine Anzeige wert." Ja, so ist der Mensch... Die Tatsache, das manche Menschen das erste und einzige Mal in Form einer Todesanzeige in der Zeitung stehen kann nachdenklich stimmen. Das gilt beinahe im gleichen Maße für die Unterzeichnenden der Anzeige.

Selbstverfasste Todesanzeigen sind eher ungewöhnlich. Eine haben wir vor Kurzem hier auf unserem Blog veröffentlicht. Die Todesanzeigensammlung von Christian Sprang, die ich zufällig entdeckt habe, zeigt einige weitere Beispiele.

Ein WDR-5 Zuhörer meint: "Todesanzeigen mahnen mich, mein Leben sinnvoll zu füllen. Vor allem, wenn es sich um Verstorbene in meinem Alter handelt."

Den WDR5-Podcast zum Thema kann man sich hier anhören: WDR5-Podcast

Quelle: www.wdr5.de/nachhoeren/hallo-ue-wagen.html



Seite zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10  weiter