ein letzter Blog

An dieser Stelle finden Sie regelmäßig Beiträge rund um die Themen Tod und Leben. Wir freuen uns, wenn Sie sich mit einem gelegentlichen Kommentar verewigen.

Todesanzeigen - für wen?

26.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Neulich beim Autofahren habe ich mich durch die Programme gezappt und bin auf WDR 5 hängen geblieben. Es ging da scheinbar in einer Gesprächsrunde um Todesanzeigen. Da bin ich natürlich hängengeblieben. Das Thema war "Wichtig für wen - Todesanzeigen". 

60% der Deutschen lesen regelmäßig Todesanzeigen. Warum eigentlich? Neugier ist sicherlich der vorwiegende Grund. Bei manchen Anzeigen kann man zwischen den Zeilen lesen und spekulieren, wie der Verstorbene war und wie die Beziehung zu den Hinterbliebenen wohl gewesen ist.

Über wen sagen Todesanzeigen etwas aus? Über die Verstorbenen oder über die Hinterbliebenen? Die Teilnehmer der Gesprächsrunde waren eher der Meinung, dass eine Todesanzeige besonders für die Verbliebenen eine wichtige Rolle spielt. Vordergründig geht es um Information. Man möchte mit einer Anzeige nahe und entfernte Bekannte und Verwandte über den Tod informieren. Aber da drängt sich doch ganz schnell die Frage auf, inwiefern man damit tatsächlich jemand erreichen kann. Eine Todesanzeigen wird schließlich eher lokal veröffentlicht. Und außerdem lesen immer weniger Menschen die Tageszeitung. Es ist für mich ein gefühltes "immer weniger". Stichhaltige Daten habe ich nicht. Aber wenn Menschen dazu übergehen sich ihre Informationen, auch die lokalen, über's Internet zu beschaffen, bleibt die Frage welche Zukunft die Todesanzeige überhaupt hat.

Todesanzeigen schalten viele auch aus Pflichtbewußtsein. Auch der gefühlte oder tatsächliche gesellschaftliche Status kann sich in Todesanzeigen ausdrücken. Dabei gilt scheinbar, je größer die Anzeige, desto besser. Eine halbseitige Anzeige wäre also gut für's Selbstbewußtsein. Und man hört die Leute bei einer kleinen schon tuscheln: "Der Opa ist denen wohl nur eine kleine Anzeige wert." Ja, so ist der Mensch... Die Tatsache, das manche Menschen das erste und einzige Mal in Form einer Todesanzeige in der Zeitung stehen kann nachdenklich stimmen. Das gilt beinahe im gleichen Maße für die Unterzeichnenden der Anzeige.

Selbstverfasste Todesanzeigen sind eher ungewöhnlich. Eine haben wir vor Kurzem hier auf unserem Blog veröffentlicht. Die Todesanzeigensammlung von Christian Sprang, die ich zufällig entdeckt habe, zeigt einige weitere Beispiele.

Ein WDR-5 Zuhörer meint: "Todesanzeigen mahnen mich, mein Leben sinnvoll zu füllen. Vor allem, wenn es sich um Verstorbene in meinem Alter handelt."

Den WDR5-Podcast zum Thema kann man sich hier anhören: WDR5-Podcast

Quelle: www.wdr5.de/nachhoeren/hallo-ue-wagen.html



Unterwasser-Friedhof vor Miami

19.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

In 15 Metern Tiefe führt das amerikanische Bestattungsunternehmen Neptune Society seit Ende letzten Jahres auf einem Unterwasser-Friedhof Bestattungen durch. Bis zu 125.000 Menschen sollen in dem künstlichen und aussergewöhnlichen Riff vor der Küste von Key Biscane, im Neptune Memorial Reef, ihre letzte Ruhestätte finden.

Einsam wird es dort unten aber eher nicht werden, denn bereits jetzt fühlen sich zwischen den vorhandenen Bänken, Toren, Grabmälern und Ornamenten, die Trompeten- und Kofferfische heimisch. Der Friedhof gilt mittlerweile als Tauchattraktion und bietet außerdem Studenten der Marinen Biologie ein interessantes Forschungsfeld.

Seltsam irgendwie und doch hat  so ein Unterwasser-Friedhof hat einen gewissen Reiz. Ein paar Eindrücke erhält man hier im Video. Mehr Informationen zum Neptune Memorial Reef gibt's auf der Website des Bestattungsunternehmens.

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God is a DJ?

14.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Der Kurzfilm SPIN wirft die Frage auf, inwiefern die Welt besser wird, wenn jemand die Macht hat, schlimme Ereignisse abzuwenden. Der Allmächtige ist in diesem Fall ein DJ, der vom Himmel fällt und dessen Mission es offenbar ist, Unheil von den Menschen abzuwenden. Er dreht die Zeit zurück, verzerrt sie und verhindert somit einen tödliche Kollision eines Radfahrers mit einem PKW. Ein Mensch ist gerettet, doch dafür rollt die Dame im Rollstuhl unkontrolliert auf die Fahrbahn und wird vom PKW erfasst. Jetzt wird's stressig. Der DJ jongliert mit der Zeit und manipuliert die Geschicke der Menschen und doch bleibt immer ein gewisser Rest an unkontrollierbaren Kettenreaktionen.

Das Ende verrate ich jetzt nicht.

Wenn man einen geliebten Menschen plötzlich und unerwartet z. B. durch einen Unfall verliert, stellen sich bestimmt viele die Frage nach dem Warum. Warum er? Warum jetzt? Warum überhaupt? Wenn es einen Gott gibt, dann hätte er es verhindert, oder?

Auf diese Fragen habe ich keine Antworten. Ich glaube an Kettenreaktionen, an den umfallenden Sack Reis in China und an den Taifune verursachend Flügelschlag eines Schmetterlings. Und weil dieses System von Aktion und Reaktion so komplex ist, bleibt ein Großteil der Ereignisse unvorhersehbar.

Wenn wir das Ganze von einer positiven, optimistischen Seite betrachten, ergeben sich wunderbare Perspektiven. Genauso wenig wie man negative Ereignisse aus dem Leben verbannen kann, so behalten auch die guten Dinge im Leben ihren Platz. Und Gutes verstärkt Gutes. Für den Anfang reicht ein Lächeln.

Und jetzt Film ab!

 

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Keine zweite Chance auf einen letzten guten Eindruck

13.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Wird auch der Tod soweit wie möglich aus unserem Leben verdrängt, sodass wir uns, abgesehen von tragischen Unglücken irgendwelcher Promis, nur in seltenen Fällen überhaupt ungezwungen darüber unterhalten, so bin ich doch einigermaßen erstaunt darüber, wieviel es zu diesem Thema auf Youtube zu finden gibt.

Im folgenden Video erklärt uns Gevatter Tod, warum man die Chance nicht verpassen sollte, letzte Worte zu hinterlassen. Persönlichkeiten aus der Geschichte haben es vorgemacht. Wir bekommen schließlich keine zweite Chance auf einen guten letzten Eindruck.

 

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Ausgesprochen lebendig (2)

06.05.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt

Manche Menschen würden eher
sterben als nachdenken.
Und sie tun es auch!

Bertrand Russel 1872-1970
Mathematiker und Philosoph, Nobelpreis 1950



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